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Tagung Krisenkommunikation: Erkennen, eindämmen, überwinden - Wege aus der Skandalisierungs-Falle
„Es gibt kein Unternehmen und keine Organisation, die nicht von einer Krise erwischt werden könnte“, sagt Philipp Schindera. Der Kommunikationschef der Deutschen Telekom weiß, wovon er spricht: Ob Bespitzelungsaffäre, Rücktritt des Aufsichtsratschefs Klaus Zumwinkel, Gewinnwarnung, Dopingaffäre oder Streik – der oberste Kommunikator des Bonner Telekommunikationsriesens sah sich und sein Unternehmen schon einigen erfolgskritischen Situationen ausgesetzt. Und es sind nicht nur die großen Konzerne in den sogenannten „High Risk“-Bereichen, etwa der Chemie- oder Stromindustrie, die sich auf Krisen vorbereiten müssen. Der Unicef-Skandal im Jahr 2008 zeigt exemplarisch, dass auch hervorragend beleumundete Nichtregierungsorganisationen, Verbände oder Dienstleister betroffen sein können – also auch Ihre Organisation. Alle Unternehmungen sind potentiell gefährdet, in einer medialen Krise die Deutungshoheit über das eigene Handeln zu verlieren. Gründe gibt es viele: Korruption, Missmanagement, Fehlverhalten einzelner Führungskräfte, Arbeitsplatzabbau, Übernahmen und Zerschlagungen, etc. So verschieden Krisen auch sind, eines ist aber immer gleich: Der Kampf um die Deutungshoheit in der Öffentlichkeit muss schnell und effektiv geführt werden. Unsere Referenten sagen Ihnen, wie es funktioniert. Im besten Fall sorgt der Kommunikationsmanager dafür, dass es überhaupt nicht zu einer Krise kommt. Ein gutes Issues- und Erwartungsmanagement hilft Unternehmen, relevante Themen und mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und entsprechend gegenzusteuern. „Informiertheit, Offenheit und Mut sind wesentliche Kriterien für die Bewältigung einer Krise schon im Vorfeld“, sagt beispielsweise Michael Scheuermann, Leiter News und Issues Management der BASF. Ist der Krisenfall eingetreten, bewährt es sich, wenn Reaktionsabläufe in der Vergangenheit immer wieder trainiert wurden. Zwar sind Ausnahmesituationen schon per Definition kaum berechenbar. Trotzdem kann sich jedes Unternehmen und jede Organisation präventiv auf Krisen einstellen. Telefonlisten, Sprachregelungen und Ablaufpläne vorzuhalten beziehungsweise in Übungen ständig zu verfeinern, erleichtert die Arbeit im Ernstfall ungemein. Prinzipiell trumpfen Kommunikationsabteilungen, wenn sie offen und ehrlich kommunizieren. Vor allem müssen sie in Krisensituationen erreichbar sein, um Informationen schnell an die Öffentlichkeit weitergeben zu können. Kommunikatoren sollten dabei Berichterstatter nicht als Gegner sondern als Partner begreifen, mit deren Hilfe der Informationsfluss vom Unternehmen zur Öffentlichkeit sichergestellt wird. Eine weitere Grundvoraussetzung für die erfolgreiche kommunikative Bewältigung einer Katastrophe, so die einhellige Meinung erfahrener Krisenmanager, ist die Stellung und Vernetzung der Unternehmenskommunikation in der Organisationsstruktur. Die Kommunikation muss sich auf den Rückhalt des Vorstands verlassen können, im Ernstfall die Führung übernehmen und auch unbequeme Entscheidungen durchdrücken. Wie Kommunikatoren Krisen eindämmen, eine One-Voice-Policy sicherstellen und die Glaubwürdigkeit ihrer Organisation nach einem möglichen Imageschaden wieder herstellen können, verraten Ihnen die Referenten der Fachtagung Krisenkommunikation. Für die kommunikative Bewältigung von Krisen gibt es keinen Masterplan. Stattdessen lernt man Krisenkommunikation am besten aus Erfahrungen. Unsere Referenten präsentieren im Rahmen von Best-Cases, Fachvorträgen, Diskussionsrunden und Hintergrundgesprächen ihre konkreten Erlebnisse, Konzepte und Lösungsansätze. Broschüre als Download: 
9.00 Uhr: Begrüßung
Wolf-Dieter Rühl, prmagazin
9.15 Uhr: Keynote:
Andreas Breitsprecher, Vattenfall Europe, Leiter Konzernkommunikation
10.00 Uhr: Professionelles „Schwarzsehen“ – aus der Praxis der Krisenprävention
Dr. Martina Sprotte, Johanssen+Kretschmer, Senior Management Advisor
Krisen sollten für Kommunikationsverantwortliche einer Organisation oder eines Unternehmens eigentlich nie „unerwartet“ eintreten:
Es gehört zu den Hausaufgaben in dieser Position, die Issues und die Stakeholder samt ihrer wechselnden Erwartungshaltungen zu kennen, sich gut mit allen internen Abteilungen über Risiken und Eintrittswahrscheinlichkeiten verständigt, alle denkbaren Krisenszenarien einmal durchdacht zu haben sowie eine direkte Vertrauenslinie in die Geschäftsführung zu besitzen. – So weit der Idealzustand.
Im Alltag bedeutet das für viele eine ständige Auseinandersetzung mit den Fachabteilungen, die ständige Rechtfertigung für eine Beschäftigung mit relativ unwahrscheinlichen Zuständen. Doch professionelles „Schwarzsehen“ lohnt sich – auch in kleineren Organisationen und Unternehmen, und man kann und sollte die Skeptiker im eigenen Haus dabei zu Verbündeten machen.
10.45 Uhr: Kaffeepause
11.15 Uhr: Vom Heißgetränk zum heißen Thema
Klaus Petri, Philips Deutschland, Stellvertretender Leiter Unternehmenskommunikation
Wie bringt ein Hersteller seinen Kunden bei, dass in ihren Küchen ein mögliches Risiko für ihre Sicherheit im Einsatz ist - ohne das Vertrauen ins Unternehmen zu gefährden? Philips rief im Frühjahr 2009 mehrere Millionen seines erfolgreichsten Kaffeeautomaten Senseo zurück. Klaus Petri beschreibt in seinem Vortrag, wie offene Kommunikation dabei helfen kann, einen möglichen Image-Schaden zu begrenzen."
12.00 Uhr: Streitgespräch
In der akuten Krise kommt es zum Lackmustest: Sind die Beziehungen von Unternehmen und Organisationen zur Öffentlichkeit so stabil, das auch während eines Skandals vertrauensvoll zusammengearbeitet werden kann? Wer spielt öfter foul: Kommunikatoren oder Journalisten?
„Wenn Unternehmen mauern“
Impulsvortrag von Georg Meck, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Stellvertretender Ressortleiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“
„Wenn Medien übergeigen“
Impulsvortrag von Philipp Schindera, Deutsche Telekom, Leiter Unternehmenskommunikation
anschließende Diskussion: Vorherige Beziehungen egal? Folgt die Krise eigenen Gesetzen?
13.00 Uhr: Mittagspause
14.00 Uhr: Medienarbeit im Krisenfall
Frank Klaas, Adam Opel, General Director Opel/Vauxhall Communications
14.45 Uhr
Raum 1: Strategie
Zwischen Krise und Desaster.
Hans Obermeier, Obermeier Communications, Inhaber
Wie Unternehmenskommunikation in Ausnahmesituationen erfolgreich sein kann - und an welchen Faktoren sie scheitert. Ein Erfahrungsaustausch.
Raum 2: Werkzeuge
„Kommunikative Erstversorgung“ bei Störfällen – wichtig für´s Überleben
Mit der richtigen Strategie dem wachsenden Mediendruck begegnen
Jürgen Gemke, Currenta, Leiter Kommunikation
Dass mit einer verfehlten Kommunikationspolitik bei plötzlichen eintretenden Störfällen - z.B. Feuer, Produktaustritt - das Ereignis erst zu einer richtigen Krise für ein Unternehmen werden kann, ist jedem klar. Dass dann das Unternehmen „reagieren“ muss, ist auch klar. Ebenfalls, dass es Notfallpläne geben sollte. Aber wie sieht die Realität aus, reicht das im Ernstfall? Der Vortrag zeigt, wie ein drohender Image-Schaden durch eine koordinierte und schnelle Kommunikation so klein wie möglich gehalten werden kann. Dabei geht der Vortragende auch auf viele Erfahrungen im Umgang mit Medien ein und erläutert das Vorgehen anhand von Beispielen aus der Chemiebranche.
15.30 Uhr Kaffepause
16.00 Uhr
Raum 1: Strategie
Mitarbeiterstrategie – Interne Kommunikation in Krisenzeiten
Birgit Ziesche, Volkswagen, Leiterin Interne Kommunikation
Veränderungsprozesse können zu Verunsicherung der Mitarbeiter führen. Seien es Effizienzprogramme, wirtschaftliche Umbrüche oder kultureller Wandel: Wie kann interne Kommunikation dabei helfen, die Ängste und Sorgen der eigenen Belegschaft aufzufangen? Welchen Beitrag kann diese leisten, um Motivation und Leistungsbereitschaft zu erhalten und zu stärken? Birgit Ziesche zeigt mit Beispielen aus der Praxis die Chancen, aber auch die Grenzen der Mitarbeiteransprache auf.
Raum 2: Werkzeuge
Vorsicht Kamera – Krisentraining für den Medienauftritt
Norbert L. Esser, wortgestaltung, Inhaber
Die Palette potentieller „Gefahren“ und Verhaltensfehler vor Kamera und Mikrofon ist in Krisensituationen besonders breit, verlangen doch unterschiedliche Sende- und Interviewformen unterschiedliche Vorbereitung, Antworten und Verhalten. Norbert L. Esser zeigt, was es in der Vorbereitung zu bedenken gilt, do´s and dont´s sowie praktische Tipps und Tricks vor der Kamera. Kurz: Was beim Zuschauer Eindruck und Wirkung erzeugt – nicht nur auf der inhaltlich/sachlichen, sondern gerade auch auf der emotionalen Ebene.
16.45 Uhr: Wer kommuniziert die Pandemie?
Ulrich Twrsnick, Oberst a.D., Fachberater Presse- und Öffentlichkeitsarbeit LÜKEX
Mit der länderübergreifenden Krisenmanagmentübung LÜKEX probt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe den Ernstfall. Die Krisenkommunikation spielt bei dem Training eine Schlüsselrolle. Ein Vortrag zu Planung und Durchführung der strategischen Übung, an der 3.000 Menschen teilnehmen - neben Bund und Ländern auch die jeweilige Schlüsselindustrie.
17.30 Uhr: Abschlusspodium „Was tun nach der Krise?“
18.00 Uhr Ende der Konferenz
Unternehmens- und Geschäftsleitung, Kommunikationschefs, Pressesprecher sowie Mitarbeiter in Presse- und PR-Stäben von Unternehmen, Verbänden, Institutionen und Agenturen.

Philipp Schindera ist seit 2006 Leiter des Zentralbereichs Unternehmenskommunikation der Deutschen Telekom AG. Seine berufliche Karriere startete er 1996 als Pressesprecher für Funkrufdienste bei T-Mobile Deutschland. Anschließend übernahm er zweieinhalb Jahre lang die Chefredaktion des Mitarbeitermagazins. Im Oktober 1999 wechselte er als Unternehmenssprecher wieder in die externe Kommunikation von T-Mobile Deutschland. Im Januar 2001 wurde er Leiter Presse- und PR und ein Jahr später verantwortlich für die Unternehmenskommunikation. Nach seinem Wechsel zu T-Mobile International leitete Schindera von 2003 bis 2006 dort die Unternehmenskommunikation.
Stimmen zu den Seminaren
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Andreas Schütz, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
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Heiko Kretschmer, Johanssen + Kretschmer
Die Zusammenarbeit mit K2 hat uns Spaß gemacht - endlich ein Konferenzveranstalter, der mit tiefer Kompetenz und Interesse am Content arbeitet.
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Martina Hankammer, Provinzial Rheinland Versicherungen
Informative und praxisbezogene Veranstaltung, gute Ideen und Vorschläge für die künftige Krisen-PR.
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Weiterbildungsprogramm 2013 | PDF
Madlen Brückner